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JugendReferat des Landes OÖ
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ONLINE-SUCHT

DEFINITION VON SUCHTMERKMALEN
Da schon der Begriff "Internetsucht" unterschiedlich interpretiert wird, gibt es auch keinen eindeutigen Konsens über Merkmale, an denen eine Verhaltensstörung im Zusammenhang mit dem Internet erkennbar ist. Es lassen sich aber fünf abstraktere Suchtmerkmale bestimmen, die sich in allen Arbeiten zur Internetsucht finden lassen.
- Einengung des Verhaltensraumes
Wenn über längere Zeitspannen der größte Teil des Tageszeitbudgets zur Internetnutzung verausgabt wird (hierzu zählen auch verhaltensverwandte Aktivitäten wie beispielsweise Optimierungsarbeiten am Computer). - Kontrollverlust
Wenn die Person die Kontrolle über ihre Internetnutzung weitgehend verloren hat bzw. Versuche, das Nutzungsausmaß zu reduzieren oder die Nutzung zu unterbrechen, erfolglos bleiben oder erst gar nicht unternommen werden (obwohl das Bewusstsein für dadurch verursachte persönliche oder soziale Probleme vorhanden ist). - Toleranzentwicklung
Wenn im zeitlichen Verlauf eine Toleranzentwicklung zu beobachten ist, d.h. die "Verhaltensdosis" zur Erreichung der angestrebten positiven Stimmungslage gesteigert werden muss. - Entzugserscheinungen
Wenn Entzugserscheinungen als Beeinträchtigungen psychischer Befindlichkeit (Unruhe, Nervosität, Unzufriedenheit, Gereiztheit, Aggressivität) und psychisches Verlangen („craving“) nach der Internetnutzung als Folge zeitweiliger, längerer Unterbrechung der Internetnutzung auftreten. - Negative soziale Konsequenzen
Wenn wegen der Internetaktivitäten negative soziale Konsequenzen in den Bereichen Arbeit und Leistung sowie soziale Beziehungen (z.B. Ärger mit Freunden oder Arbeitgeber) eingetreten sind.
In einem ähnlichen Raster empfehlen Experten folgende diagnostische Kriterien:
- Häufiges unüberwindliches Verlangen, sich ins Internet einzuloggen
- Kontrollverluste (längeres "Online-Sein" als beabsichtigt) verbunden mit diesbezüglichen Schuldgefühlen
- Sozial störende Auffälligkeit im engsten Kreis der Bezugspersonen (Freunde, Partner, Familie)
- Nachlassen der Arbeitsfähigkeit
- Verheimlichung/Bagatellisierung der Gebrauchsgewohnheiten
- Psychische Reizbarkeit bei Hinderung am Internet-Gebrauch (kann sich in Form von Nervosität, Reizbarkeit und Depression auswirken)
- Mehrfach fehlgeschlagene Versuche der Einschränkung
Gefährdungsstadium der Internetsucht: bei Vorliegen von bis zu drei der genannten Kriterien in einem Zeitraum von bis zu sechs Monaten;
Kritisches Stadium: wenn zumindest vier der Kriterien in einem Zeitraum von bis zu sechs Monaten zutreffen.
Chronisches Stadium: zumindest vier oder mehr der genannten Kriterien über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten liegen vor
Damit einhergehen müssen auch irreversible psychosoziale Schäden wie Jobverlust, Trennung von Partner/-in/Familie, soziale Selbstisolation, inadäquate Verschuldung durch exorbitante Telefonkosten sowie mögliche somatische Schäden im Bereich des Sehapparates bzw. des Bewegungs- und Stützapparates.
Quelle: www.praevention.at
Interessante links zum Thema:
Die Homepage des Instituts für Suchtprävention, das sich sehr eingehend und umfassend mit der Thematik Sucht auseinandersetzt und zahlreiche bemerkenswerte Aktivitäten für verschiedene Zielgruppen (Eltern, PädagogInnen, Gemeinden...) setzt.
Das Institut zur Prävention von Onlinesucht ist Betreiber dieses Internetportals, das neben Fachbeiträgen, Tipps für Eltern und eine Liste von Therapiestellen (momentan leider nur für Wien) auch ein Diskussionsforum bietet.
Die wichtigste und umfassendste Seite zum Thema Sicherheit im und rund ums Internet.
Gruppe von Wissenschaftlern am Forschungslabor des Lehrstuhls Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie an der Humboldt-Universität Berlin, die eine ausführliche Untersuchungsreihe um das Phänomen der Internetsucht durchführte.

