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JugendReferat des Landes OÖ
4021 Linz, Bahnhofplatz 1
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Fax: (+43 732) 7720-216330
Mail: jugend.bgd.postooe.gvat

SPIEL-PRÄMIERUNGEN

 

Brettspiel Sagaland
Hat SAGALAND auch eine Prämierung eingeheimst?

ARTEN VON PRÄMIERUNGEN

  • Spiel des Jahres
  • Sonderpreis "Kinderspiel" & "Kinderspiel des Jahres"
  • Deutscher Spielepreis
  • Spiel der Spiele

 

 


 

SPIEL DES JAHRES

Dieser Preis ist um einiges älter als die "Spieletage des Landes Oö.", die 2006 den zehnten Geburtstag feiern.

Seit 1979 wird dieser Preis verliehen, der sich zum wichtigsten Maßstab in der Welt der Spiele gemausert hat. Wir haben uns daher entschlossen, zum 10. Geburtstag der Spieletage auch eine Rückschau über die prämierten Spiele zu geben.

 

Von der Idee zur Umsetzung

An der Idee zum Spiel des Jahres war genau genommen die Fußballweltmeisterschaft 1978 in Argentinien schuld, an die wir Österreicher uns nur zu gern erinnern.

Ausgehend von der Tatsache, dass es im Fußball das Phänomen eines "Spiel des Jahres" gibt, das allerdings meist erst in der Rückschau erkannt wird, kam eine Gruppe von Journalisten und Spieleerfinder auf den Gedanken ein "Spiel des Jahres" zu küren. Wie in Deutschland üblich - in Österreich soll es dem Vernehmen nach nicht viel anders sein - wurde in einem Biergarten in Erlangen ein Verein gegründet.

 

Die Überlegungen resultierten aus der Erkenntnis, dass jedes Jahr ein Vielzahl von Brettspielen auf den Markt kam, unter denen sich eine ganze Reihe von hervorragenden Beispielen befanden. Dies schien mehr als geboten: denn Ende der Siebziger-Jahre bestand die Spielwelt im Bewusstsein des Konsumenten aus Schach, Mühle, Dame, Mensch ärgere dich nicht und Halma.

Wenn es hoch kam, fand sich ein DKT oder ein Malefiz unter dem Weihnachtsbaum.

Das Brettspiel war mehr oder weniger tot, die neuen Medien, aber auch die sich rasant entwickelnden Computerspiele waren drauf und dran dem Brettspiel endgültig den Garaus zu machen.

Dem galt es entschieden entgegen zu steuern.

 

Bewertungs-Kriterien

Grundsatz der Jury war es ohne finanzielles Interesse Spiele auszuzeichnen, die über ein hohes Maß verfügen an:

  1. Spielidee (Originalität, Spielbarkeit, Spielwert)
  2. Regelgestaltung (Aufbau, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit)
  3. Layout (Karton, Spielplan, Regel)
  4. Design (Funktionalität, Verarbeitung)

 

Mutter aller Detektivspiele

  • 1983 kam ein Spiel auf den Markt, das rückblickend als Mutter aller Detektivspiele zu gelten hat und selbstverständlich, wenn auch in anderer Gewandung immer noch erhältlich ist: Scotland Yard
  • 1985 folgte ein Spiel aus demselben Genre mit Namen Heimlich & Co. Der reine Glücksfaktor wurde bei diesen Spielen immer mehr zurückgedrängt, um so den Spielern Freiraum für eigne Überlegungen zu geben.
  • 1989 wurde Cafe International veröffentlicht: ein Spiel, das man unter dem Typ der Gesellschafts- oder Kommunikationsspiele subsumieren kann. Neu bei diesem Spieltypus war die Interaktion der Spieler, also kein klares Gegeneinander, sondern nur ein taktisch kluges Miteinander konnte zum Sieg führen.
  • 1995 erschien mit Siedler von Catan ein Spiel, das heute noch als Beispiel und Vorbild für das moderne Brettspiel gilt. Mit Siedler von Catan kam es auch zur Entwicklung von "Spielfamilen", also Erweiterungen, Ergänzungssets und zu Mutationen, etwa die Seefahrer von Catan oder Candamir. Mittlerweile wurde dieses Spiel auch als Vorlage für einen historisierenden Roman genommen - selbstverständlich mit dem Titel Die Siedler von Catan. Die Idee zu Spielfamilien wurde erfolgreich übernommen, etwa bei Carcassonne, wobei wir 2006 nunmehr bei der vierten Erweiterung stehen.

 

Knifflige Taktspiele

Die Jahre 1996 bis 2000 waren geprägt von kniffligen Taktikspielen. El Grande, Torres oder Tikal.

Diese wandten sich an einen Spielertyp neuen Stils. Je komplexer diese Spiel strukturiert waren, desto höher standen sie im Kurs. Als Sujet wurden ferne und/oder Fanatasiewelten gewählt. Dabei sei das 1998 erschienene Elfenland erwähnt, das aber besonderes Vertiefen in diese neue Spielwelt notwendig machte.

 

Damit war aber auch eine Richtung eingeschlagen, die von vielen Konsumenten als abgehoben empfunden wurde. Sie verlangten nach einfacheren und kurzweiligeren Spielen.Die Lösung fand sich mit der Präsentation von Carcassonne im Jahr 2001. Dieses Spiel hatte fast denselben Widerhall wie Siedler von Catan Jahre bevor.

 

Als im Jahr 2002 Villa Paletti zum Spiel es Jahres gekürt wurde, schlug die Jury damit einen fast zu strengen Gegenkurs ein.

Villa Paletti war aber auch das erste Siegspiel aus dem Verlag Zoch, der einst mit biederen Spielen herumtümpelte, nun aber mit schräger Grafik und Spielidee die Herzen der Spieler errang.

Im Gegenzug dazu stand 2002 Alhambra, das sich eher wieder in Tradition der "vor-Carcassonne-Zeit fand.

Ein fremder Kulturkreis - diesmal der maurische - verbunden mit einem Taktikspiel konnte gut gefallen.

 

Mit Zug und Zug im Jahr 2004 fand sich das Eisenbahnspiel, an sich ein altes, aber bewährtes Genre, wieder am Platz an der Sonne.

Angebahnt hatte sich diese Tendenz mit TransAmerica und TransEuropa aus der Winnig Moves Spielewelt.

 

Mittlerweile hat sich die Zug und Zug Familie um Zug und Zug Europa und Zug und Zug Märklin erweitert.

Die Kooperation mit der Modellbahnfirma Märklin bedeutete eine typische win to win Situation für beide Partner.

 

2005 kam nach nur drei Jahren mit Niagara wieder ein Zoch-Spiel auf den ersten Rang, was Fachwelt und "einfache" Spieler gleichermaßen irritierte.

So wurde zum "heimlichen" Spiel des Jahres - auch was die Verkaufsziffern betrifft - Niagara um Längen vom Ravensburger Spiel Verflixxt geschlagen.

Mit Heck Meck am Bratwurmeck hatte der Zoch Verlag allerdings ein Spiel auf den Markt gebracht, das zu wahren Begeisterungsstürmen Anlass gab.

 

Mit Thurn und Taxis vom Hans im Glück Verlag als "Spiel des Jahres" 2006 ist in der Spielewelt wieder Ruhe eingekehrt. Ein gediegenes und nicht allzu schwer auszuführendes Taktikspiel, das in die Zeit der Postkutschen im frühen 19.Jahrhundert führt.

 

 


SONDERPREIS "KINDERSPIEL" & "KINDERSPIEL DES JAHRES"

1989 – 2006

Dieselbe Jury, die auch das "Spiel des Jahres" kürt, prämiert auch das "Kinderspiel des Jahres" und zwar unter den selben Vorzeichen.

Dem Kinderspiel obliegt eine viel größere Verantwortung als jenen der Erwachsenen. Alles, was beim Brettspiel so geschätzt wird - nämlich das konkrete Eingehen mit einem Gegenüber aus Fleisch und Blut - wird beim Kinderspiel durch pädagogische Elemente ergänzt und überlagert. Das Kinderspiel hat einen starken bildnerischen Auftrag, der sinnvoll nur in Kombination einer kindgerechten Grafik umzusetzen ist.

Tiere, Geister und Piraten

Grundsätzlich lieben Kinder Tiere. Es nimmt daher kaum Wunder, wenn es bei dieser Art von Spielen von Bären, Hühnern &Vögel aller Art, Fröschen oder Mäusen nur so wimmelt.

Als gelungenes Beispiel dafür ist wohl das 1998 erschienene Zoch-Spiel Zicke Zacke Hühnerkacke zu nennen, mit dem dieser Verlag wegen seiner launigen Grafik Furore machte.

In dieselbe Kerbe schlug 2002 das Selecta Spiel Maskenball der Käfer.

Aber auch gleichaltrige "Helden", die gleichsam als Freunde fungieren, werden gern angenommen. Der kleine Eskimo Kayanak übernimmt diese Rolle im gleichnamigen Spiel von 1999.

Auch Gespenster dürfen nicht fehlen, vorausgesetzt, es handelt sich dabei um gute Geister.

So erschien 1990 Das Geisterschloss, 2004 Die Geistertreppe und 2005 Das kleine Gespenst.

Nicht gerade neu ist das Phänomen, dass weltweit propagierte Genres auch als Thema für Kinderspiele herangezogen werden, was bei Spielen für andere Altersklassen doch weiter verbreitet ist.

Man denke dabei etwa an Der kleine Hobbit. So ist Der schwarze Pirat von 2006 der in diesem Jahr herrschenden Lust an Piraterie zuzuschreiben.


DEUTSCHER SPIELEPREIS

Beim "Spiel der Spiele" besteht die Jury aus Journalisten und Spieleerfinder. Der "Deutsche Spielepreis" hingegen wird aus der Meinung von etwa 40.000 Konsumenten gekürt, wobei das Wort Konsumenten etwas zu kurz greift. Es handelt sich dabei in der Regel um Spielefreaks, denen Brettspiele gar nicht komplex genug sein können.

So finden sich seit 1990 nur 4 Spiele, nämlich

  • Tikal, 1999,
  • Siedler von Catan,1995,
  • El Grande, 1996,
  • Carcassonne, 2001,

die bei beiden Bewerben den Sieg für sich in Anspruch nehmen konnten.

Dafür finden sich so schwierige wie ausgezeichnete Spiele wie Amun Re, 2003, St. Petersburg, 2004, oder Caylus, 2006, auf Platz 1 in den Siegerlisten.

Spiele wie Amun Re, Der Turmbau von Babel oder Troja sind typische Themenspiele, die ein Eintauchen in verschiedene Wissensgebiete erlauben.

Bei Troja haben sogar deutsche Archäologen, die mit der Ausgrabungskampagne beschäftigt sind, mitgearbeitet.


SPIEL DER SPIELE

In Österreich hat sich der Wiener Spielekreis formiert, der seit fünf Jahren Preise in verschiedenen Kategorien vergibt. 2006 konnte Reiner Knizia mit Tal der Abenteuer den Preis als bestes Spiel, also dem "Spiel der Spiele" einheimsen.

Land Oberösterreich
Jugendservice4you
Webdesign Cyberhouse
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